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19.08.2009 | WM 2009 | Silke Bernhart

Robert Hering kann Usain Bolt nicht folgen

Nur vier Bahnen und wenige Meter trennten Robert Hering (TuS Jena) und Usain Bolt (Jamaika) beim Start des ersten 200-Meter-Halbfinals der Weltmeisterschaften in Berlin. Im Ziel waren es dann mehr als vier Zehntelsekunden: Der Weltrekordhalter aus Jamaika zog in 20,08 Sekunden als Erster locker in das WM-Finale ein, für den 19-Jährigen, der in 20,52 Sekunden Fünfter wurde, reichte es dagegen nicht ganz.

Robert Hering durfte sich in Berlin mit den Größen der Sprintszene messen (Foto: Kiefner)


Sieben Hundertstelsekunden fehlten ihm letztendlich für den vierten Platz in seinem Lauf und damit für die ganz große Überraschung. Traurig war er anschließend trotzdem nicht: „Ich war vor dem Lauf super drauf, und das bin ich jetzt immer noch“, erklärte er nach seinem großen Auftritt auf der internationalen Bühne der Erwachsenen. Schon vor dem Startschuss hatte der A-Jugendliche seine Coolness demonstriert, als er das Publikum im Berliner Olympiastadion zu lautstarker Anfeuerung animierte.

Ebenso abgeklärt beschrieb er das Erlebnis, gegen den schnellsten Mann aller Zeiten antreten zu dürfen: „Ich war mit dem weltbesten Sprinter in einem Lauf, das kann auch nicht jeder von sich behaupten“, freute er sich. Sie hätten sich vorher kurz die Hand gegeben, aber dann habe sich jeder auf seinen Lauf konzentriert. „Ich mag es ja auch nicht, wenn mich jemand vor dem Start ablenkt.“

Traum wurde wahr

Dass er als einziger Deutscher und fünftbester Europäer das Halbfinale einer Weltmeisterschaft absolvieren würde, hätte er sich niemals träumen lassen. „Das war ein riesen Erfolg!“ So sahen das auch Familie, Freunde und Bekannte, die bereits am Vorabend dafür gesorgt hatten, dass das Telefon nicht still stand. „Mein Handy hat geglüht! Ich habe mich nach dem Wettkampf mit meinen Eltern getroffen, und auf dem Weg zu ihnen hat es nicht aufgehört zu klingeln. Ich war selbst erstaunt darüber, wie viele das mitbekommen haben.“

Für das Halbfinale hatte er sich vorgenommen, alles zu geben. „Und das ist mir gelungen.“ Letztendlich habe er gemerkt, dass er ganz vorne einfach noch nicht mithalten könne. „Ich hatte gehofft, dass ich mich nach 150 Metern noch mal lösen kann. Aber es ging nicht. Sonst hätte ich versucht, mich an die anderen ranzusaugen.“

Zu den weiteren Teilnehmern der nächsten Bolt-Show im 200-Meter-Finale, das am Donnerstag (20. August) stattfinden wird, zählen wenig überraschend Shawn Crawford (USA; 20,35 sec) und Wallace Spearmon (USA; 20,14 sec) sowie Alonso Edward aus Panama (20,22 sec). Der 19-Jährige, für den in diesem Jahr schon eine Zeit von 20,00 Sekunden zu Buche steht, hat bisher souverän jede Runde gemeistert und könnte den US-Amerikanern einen Rang auf dem Podium streitig machen.

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