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30.08.2005 | International | Christian Fuchs

Ein Länderkampf feiert sein 80-Jähriges

80 Jahre ist es her, 1925 feierte der Leichtathletik-Länderkampf zwischen Schweden und Finnland, auch "Finnkampen" genannt, seine Premiere. Am vergangenen Wochenende stand in Göteborg die diesjährige Auflage an. Insgesamt über 44.000 Zuschauer waren bei dem prestigeträchtigen Aufeinandertreffen dabei.

Finnland gegen Schweden - ein großes Duell auch für die Fans (Foto: Chai)

Bei den Männern setzten sich die Finnen mit 212 zu 197 Punkten durch, die schwedischen Frauen erwiesen sich im nationalen Vergleich als das "stärkere" Geschlecht (230:179). Mit dabei war alles, was in den beiden Ländern Rang und Namen hat. Es ist selbst für die ganz großen Stars eine Frage der Ehre, bei diesem Länderkampf die eigenen Nationalfarben zu vertreten.

Zum finnischen Erfolg trugen bei den Männern nicht nur der WM-Dritte im Weitsprung, Tommi Evilä (8,20m w; 8,19 m regulär als Landesrekord), und Speerwurf-Ass Tero Pitkämäki (86,90 m) bei, sondern auch der Deutsch-Finne Jonas Hamm (LG Wedel/Pinneberg), der in 3:56,55 Minuten die 1.500 Meter für sich entschied. Schweden konnte trotz des Doppelsieges im Hochsprung von Olympiasieger Stefan Holm (2,21 m) und Linus Thörnblad (2,20 m) sowie der starken Leistungen von Stabhochspringer Patrik Kristiansson (5,72 m) und 200-Meter-Sprinter Johan Wissman (20,66 sec) das Blatt nicht wenden.

Schweigen nach Sturz

Anders sah es in den Frauenkonkurrenzen aus. Dort spielten die Zwillinge Susanna und Jenny Kallur gemeinsam mit Siebenkampf-Weltmeisterin Carolina Klüft auf den 100 und 200 Metern mit ihren Kontrahentinnen und ersprinteten sich jeweils Dreifacherfolge, bei denen Susanna Kallur sogar mit neuen Bestzeiten von 11,42 und 23,32 Sekunden glänzte. Auch auf ihrer Paradedisziplin, den 100 Meter Hürden, lief sie in 12,89 Sekunden als Erste ein. Dort verhinderte nur der Sturz von Carolina Klüft, der im Publikum ein betroffenes Schweigen auslöste, ein weiteres Triple.

Vor ihrem Aus hatte Carolina Klüft vor allem im Weitsprung überzeugt. Dort landete sie bei 6,92 Metern, allerdings mit irregulärem Rückenwind (+ 3,0 m/sec) gesprungen. Feiern lassen konnten sich auch die Hochspringerinnen Kajsa Bergvist (1,96 m) und Emma Green (1,92 m), die ihre heimischen Fans bei kühler Witterung mit einem Doppelerfolg erwärmten.

Millionenetat

Der "Finnkampen" lebt im hohen Norden zum einen aufgrund der Tradition, aber auch wegen der großen sportlichen Rivalität, die so gerne zwischen Finnen und Schweden herrscht. Die Veranstaltung, die über einen Millionenetat verfügt, hat nach den internationalen Großereignissen für beide Länder den größten Stellenwert.

"Das soll ein Happening für alle Leute sein", stellt Kari Saarinen, Geschäftsführer des finnischen Leichtathletik-Verbandes, fest, "der Länderkampf ist ein großartiges Duell. Auch Schweden hat viel darin investiert. Es ist nicht schwer, die Athleten dafür zu gewinnen. Viele haben die Möglichkeit, dadurch interessant für Sponsoren zu sein."

Angesichts der Größenordnung der Veranstaltung sagt er wohl nicht zu unrecht: "Ich denke nicht, dass das woanders in Europa so einfach möglich wäre."

Bildergalerie

Tommi Evilä, der "Feldherr" in der Weitsprunggrube, sprang Landesrekord (Foto: Chai)

Carolina Klüft - Schwedens Leichtathletik-"Königin" (Foto: Chai)

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