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26.05.2005 | Aktuell | pm/fc

Götzis hat sich gegen neuen Weltrekord versichert

Die langen und teilweise intensiven Verhandlungen von Meeting-Direktor Konrad Lerch haben sich gelohnt. Die Starterfelder für das 31. Mehrkampf-Meeting in Götzis am kommenden Wochenende sind einmal mehr hochkarätig. Mit Ausnahme einzelner, vor allem gesundheitsbedingter Ausfälle hat die gesamte Sieben- und Zehnkampf-Weltklasse gemeldet.

Carolina Klüft tritt in Götzis wieder als große Favoritin an

Darunter die Athen-Olympiasieger Roman Sebrle (Tschechische Republik) und Carolina Klüft (Schweden), sowie die jeweils Olympia-Zweiten Bryan Clay (USA) und Austra Skujyte (Litauen). Alle Voraussetzungen für eine Olympia-Revanche sind damit gegeben, zumal im Siebenkampf auch die britische Bronze-Lady von Athen, Kelly Sotherton, mitmischen wird.

Roman Sebrle wird im Zehnkampf alles geben müssen, um Bryan Clay in Schach halten zu können, drei neue persönliche Bestleistungen des Amerikaners im Vorfeld sind deutliche Warnsignale. Nach seinen Leistungssteigerungen im Diskuswerfen (54,73 m) und über die 110 Meter Hürden (13,78 sec) hat Bryan Clay als Draufgabe noch seine 100-Meter-Bestleistung auf beachtliche 10,36 Sekunden gedrückt.

Österreichischer Rekord?

Der Sog dieses Super-Superduells könnte die Konkurrenz beflügeln, zum Beispiel, darauf hoffen die heimischen Fans, den Österreicher Roland Schwarzl, dem die Fachwelt noch in diesem Jahr einen ordentlichen Leistungsschub zutraut. Ein neuer österreichischer Rekord wäre keine Überraschung.

Neben der absoluten "Crème de la Crème" des Mehrkampfs wird in Götzis auch auf die Stars von morgen gesetzt. Viele spätere Mehrkampf-Grössen haben in Götzis als unbekannte Nachwuchsleute Startplätze und Chancen erhalten. Wie der Brite Daley Thompson, der es später mit zwei Weltrekorden in Götzis dankte, wie Roman Sebrle selbst, der als talentierter Nobody sein Götzis-Debut feierte.

Supertalent aus Weißrussland

Diesmal gilt es vor allem den erst 19-jährigen Weißrussen Andrej Krauchanka zu beachten. Der amtierende Junioren-Weltmeister gilt weltweit als derzeit größtes Zehnkampf-Talent. Andrej Krauchanka ist mit seiner Bestleistung von 8.126 Punkten bereits in einen Leistungsbereich vorgestoßen, den keiner der ganz Grossen der Zehnkampf-Geschichte im selben Alter auch nur annähernd erreichte.

Betreut wird das Super-Talent von der Trainer-Legende Pavel Hämälainen, der vor Jahren schon seinen Sohn Eduard zu drei Siegen in Götzis geführt hat. Aufmerksamkeit verdient auch das junge deutsche Team, das mit fünf hoch veranlagten 8.000-Punkte-Athleten anrückt. Dennis Leyckes (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) und Norman Müller aus Halle zählen nicht zu Unrecht zu jenen Hoffnungen des DLV, die einmal Guido Kratschmer, Jürgen Hingsen und Dr. Siegi Wentz beerben sollen.

Comeback von Lars Albert

Schlechte Erinnerungen an Götzis hat Lars Albert. Im Mai des vergangenen Jahres lag der Zehnkämpfer sprichwörtlich am Boden. Beim Weitsprung brach sich der 23-Jährige den Fuß. Die Olympia-Saison war gelaufen. Nun ist Lars Albert aber wieder da. Ein Jahr nach der Verletzung bestreitet der Saarländer am kommenden Wochenende, wiederum in Götzis, sein Zehnkampf-Comeback.

Und er freut sich auf Götzis. "Für mich ist die Teilnahme erst einmal entscheidend, da ich erst kürzlich die Zusage erhalten habe. Es ist immer motivierend, in einem solchen Klassefeld zu starten. Götzis ist und bleibt für mich das Meeting überhaupt", erklärte Lars Albert, "klar werden Erinnerungen wach, aber da ich den Winter über ohne Probleme trainieren konnte, gehe ich recht optimistisch, aber konzentriert an die Sache ran."

Antwort der deutschen Siebenkämpferinnen?

Die deutschen Siebenkämpferinnen, die in Götzis von der Neubrandenburgerin Sonja Kesselschläger als Stärkste der letzten zwei Jahre angeführt werden, mussten am letzten Wochenende die Sensationsleistung von 6.199 Punkten der jungen Leverkusenerin Christine Schulz etwas erstaunt zur Kenntnis nehmen.

Auf die Antwort in Vorarlberg darf man gespannt sein, ehe am 25. und 26. Juni beim Erdgas Mehrkampf-Meeting in Ratingen die Karten neu gemischt werden.

Tomas Dvorak verabschiedet sich

Gleichzeitig gilt es einem zweimaligen Götzis-Sieger, der im Mösle-Stadion seine letzte Vorstellung geben wird, den ihm gebührenden Respekt zu zollen. Tomas Dvorak (Tschechische Republik), der dreimalige Weltmeister, will sich mit seinem zehnten Start vom Götzner Publikum verabschieden und mit Jahresende seine aktive Laufbahn beenden.

Mit Tomas Dvorak wird einer der ganz Grossen der Zunft seine imponierende Karriere beenden. Vier der zehn besten Zehnkämpfe aller Zeiten gehen auf das Konto des 33-jährigen Tschechen, einer davon war ein Weltrekord. Um diese Bestleistung von 8.994 Punkten zu überbieten, brauchte Landsmann Roman Sebrle schon den Fabel-Weltrekord von 9.026 Punkten.

Die Weltrekord-Versicherung

Da dieser Weltrekord in Götzis in Anbetracht der Teilnehmer verbessert werden könnte, haben die Veranstalter in finanzieller Hinsicht vorgebeugt. Die 50.000 Euro betragende Welt-Rekord-Prämie ist versichert worden. Auch die 20.000 Euro-Prämie für einen möglichen Europarekord sind in dem Versicherungs-Paket enthalten.

Bildergalerie

Lars Albert versucht, den Schrecken aus dem letzten Jahr zu vertreiben

Tomas Dvorak verabschiedet sich am Wochenende in Vorarlberg (Foto: Krebs)

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