19.01.2002 | Aktuell | Redaktion
Flash-News des Tages
Alles Wissenwerte aus der Welt der Leichtathletik
19.01.02: Die Stars der Hessischen Hallenmeisterschaften in Stadtallendorf hielten, was sie versprachen: Tim Lobinger, Neuzugang bei der LG Eintracht Frankfurt, bot dem Publikum einiges: 5,60 Meter lautete seine Siegeshöhe, die 5,70 Meter riss er nur knapp. Der Stabhochsprung war auch bei den Frauen das Highlight: Die Deutsche Rekordhalterin Annika Becker (LG Alheimer Rothenburg/Bebra) gewann mit 4,20 Metern und sicherte sich zudem im Weitsprung mit 6,03 Metern den zweiten Landestitel. Die Sprints wurden von den Athleten der TSV Friedberg-Fauerbach dominiert: Der letztjährige deutsche B-Jugendmeister Till Helmke steigerte sich über 60 Meter auf hervorragende 6,74 Sekunden. Die ebenfalls noch der Jugendklasse angehörende Katja Stier ließ in Bestzeit von 7,60 Sekunden der Frauen-Konkurrenz keine Chance. Das interne Kugelstoßduell der Eintracht Frankfurt konnte Gunnar Pfingsten mit 18,60 Metern gegenüber Michael Lischka (17,14 Meter) für sich entscheiden.
19.01.02: Lars Figura hat bei den niedersächsischen Hallen-Landesmeisterschaften in Hannover die 400 Meter in 48,08 Sekunden gewonnen. Bei den Frauen konnte Nicole Marahens diese Distanz in 54,17 Sekunden klar für sich entscheiden. Über die 60 Meter siegten Sandra König in 10,63 Sekunden und John Johnson in 6,85 Sekunden.
19.01.02: Die schlechte Nachricht zuerst: Kirsten Münchow und Adriana Maximiuc, beide von der LG Eintracht Frankfurt, müssen auf die EM in München verzichten. Die frohe Kunde: Sie sind schwanger und erwarten im Sommer Nachwuchs. Münchow, Olympia-Dritte im Hammerwerfen, und ihr Freund und Vereinskamerad Holger Klose, auch Hammerwerfer, freuen sich genauso auf das freudige Ereignis wie die gebürtige Rumänin Maximiuc, die im Hochsprung eine Bestmarke von 1,92 Meter vorweisen kann. Günter Eisinger, Trainer von Maximiuc, ließ allerdings auch kritische Töne anklingen. "Es ist überhaupt kein Thema, dass man zu ihrer Familiensituation nur gratulieren kann", wird Eisinger in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert, "wenn Leute Unterstützung bekommen, egal wie hoch, dann setze ich ein klein wenig professionelles Denken voraus." Der Hintergrund: Die LG Eintracht Frankfurt hat Maximiuc tatkräftig gefördert und ihr geholfen, dass sie vor zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hat. Nun fällt sie die komplette Hallen- und Freiluftsaison aus. Mit 27, gab Eisinger zu bedenken, könne sie den Hochsprung ohnehin nur noch zwei, drei Jahre ausüben.
19.01.02: Nach der Absage von Nils Schumann sind die deutschen Teilnehmer des 800-Meter-Laufs beim Sparkassen-Indoor in Dortmund alles andere als Lückenbüßer: René Herms und Nico Motchebon wollen der starken internationalen Konkurrenz die Stirn bieten. Herms gilt als der "neue Schumann".
19.01.02: Die beiden Handgelenke sind eingegipst, doch seinen Optimismus hat er nicht eingebüßt: Chris Tomlinson, der britische Weitspringer, Zweiter beim Europacup in Bremen 2001, glaubt nach wie vor an seinen Start bei der Hallen-EM in Wien. Aber die Vorzeichen sind alles andere als günstig, denn im Kraftraum hat er sich unglücklich verletzt. Beim Gewichtheben verlor er die Balance, und die 107 Kilo schwere Hantel fiel auf ihn. "Alle glauben, dass ich die EM abschreiben muss", meinte der 20-jährige Nachwuchsmann, "doch mir bleiben noch vier Wochen." Nur 48 Stunden nach dem Zwischenfall nahm er das Training wieder auf. "Ich will in Wien dabei sein, auch wenn ich mit einer Schiene springen muss." Auf der Insel wird Tomlinson bereits als legitimer Nachfolger von Lynn Davies gehandelt. Davies, 1964 in Tokio Olympiasieger, hält seit 34 Jahren den nationalen Rekord (8,23 m).
19.01.02: Auf seine alten Tage träumt Khalid Skah von einer erfolgreichen Marathon-Premiere. "Am liebsten", erklärte er schon vor einigen Wochen, "würde ich in London starten." Daraus wird wohl nichts, denn der 34-jährige Marokkaner, 1992 in Barcelona Olympiasieger über 10.000 Meter, verlangt eine Antrittsprämie. "Natürlich hätten wir ihn gern im Starterfeld", meinte Dave Bedford, "doch unser Budget für die Eliteathleten ist so gut wie ausgeschöpft." Bedford war zu Beginn der siebziger Jahre ein erstklassiger Langstreckler, lief im Juli 1973 sogar Weltrekord über 10.000 Meter (27:30,8 min) und wedelt heute als Renndirektor in London so großzügig mit den Geldscheinen, dass die Stars der Laufszene bereitwillig in die britische Metropole eilen. Haile Gebrselassie, der ebenfalls sein Marathondebüt feiert, Khalid Khannouchi, Inhaber der Weltbestzeit, sowie Gezahegne Abera, Olympiasieger und Weltmeister, haben schon zugesagt. Khalid Skah wäre bei diesem Highlight gern dabei gewesen. "Er kann kommen und für Preisgeld laufen", betonte Bedford, "das ist das beste Angebot, das wir ihm machen können. Aber mir wurde durch seinen Manager mitgeteilt, dass er daran nicht interessiert sei." Deshalb muss sich Skah, der Dauer(b)renner, einen anderen Frühjahrsmarathon aussuchen: Paris, Boston, Rotterdam oder vielleicht sogar Hamburg. Dort würde er einem anderen Olympiasieger über den Weg laufen: Dieter Baumann, wie Skah in Barcelona siegreich. Dort holte Baumann Gold über 5000 Meter und Skah auf der doppelt so langen Bahndistanz.