31.01.2003 | Aktuell | dg/fc
Jaroslav Baba setzt Höhenflug in Wuppertal fort
Der tschechische Hochsprung-Newcomer Jaroslav Baba hat seinen Höhenflug beim Springer-Meeting in Wuppertal fortgesetzt und sich auf eine neue Besthöhe von 2,31 Metern gesteigert. Damit wies er den Hallen-Europameister Staffan Strand aus Schweden, der mit 2,24 Metern hinter Jamie Nieto (USA; 2,28 m) und Nicola Ciotti (Italien; 2,24 m) nur Vierter wurde, klar in die Schranken.
Jaroslav Baba muss Deutsch lernen für sein Abitur (Foto: Gantenberg)
Lange Zeit sah es aus, als würde die One-Man-Show, Jamie Nieto, aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die Nase vorn behalten. Er sprang gut und war jeden Cent des Eintrittgeldes wert. Bis 2,28 Meter, dann zog Jaroslav Baba vorbei. In der Tschechischen Republik gibt es, seit dem schlimmen Hochwasser im letzten Jahr, keine Leichtathletikhalle mehr. Die einzige Halle in Prag wurde geschlossen und die nationalen Meisterschaften mussten in die Slowakei verlegt werden. Für den Schüler des Sportgymnasiums in Ostrava bedeutete dies in einem Sprintertunnel oder in Turnhallen zu trainieren.
Monika Pyrek mit Meetingrekord
Für eine weitere bemerkenswerte Leistung sorgte die Polin Monika Pyrek im Stabhochsprung. Sie meisterte 4,52 Meter und erfüllte damit Meetingdirektor Dr. Wolfgang Killing seinen Wunsch nach einem neuen Meetingrekord. Die deutschen Springerinnen Christine Adams und Carolin Hingst hatten der WM-Dritten nur 4,27 Meter entgegenzusetzen. „Zu wenig“, wie auch Bundestrainer Herbert Czingon zugab. „Wir haben zuletzt hart trainiert, um für die kommenden Wettkämpfe gewappnet zu sein. Ich bin sicher, das wird sich noch auszahlen.“ Enttäuscht, fast schon verärgert war Yvonne Buschbaum, die mit 4,17 Meter klar unter ihren Möglichkeiten blieb. Für Herbert Czingon mehr ein Kopfproblem: „Yvonne wird in diesem Jahr an 4,60 Meter gemessen, im letzten Jahr waren es nur 4,46 Meter und da war sie gut dabei. Aber 4,60 Meter springt man nicht mal so eben.“
Gemeinsam Auf und Ab
Auch im Hochsprung der Frauen kam es zu einem ausländischen Erfolg durch die Ungarin Dora Györffy, die mit 1,94 Metern ihren Vorjahreserfolg wiederholte. Anna Ksok (Polen) und Tatjana Efimenko (Kirgistan; beide 1,91 m) landeten auf den Plätzen zwei und drei. Die deutschen Springerinnen von Kathryn Holinski über Elena Herzenberg und Melanie Skotnik bis hin zu Sophia Sagonas einigten sich auf eine „Gemeinschaftshöhe“ von 1,88 Metern. „Das ist Teamgeist“, schmunzelte Elena Herzenberg später, „wenn, dann machen wir alles gleich.“ Selbstkritisch meinte sie aber auch: „Schade, die 1,91 Meter hätte ich springen müssen. Die Versuche sahen sehr gut aus.“ Nach den Höhenflügen von Otterberg ist das also ein kleiner Rückschritt für die ehrgeizigen deutschen Springerinnen. Für den Inseltrip nach Birmingham sind vom DLV 1,94 Meter gefordert – eigentlich für alle eine lösbare Aufgabe.
Keine Last zu groß für Roman Fricke
Den Männerbewerb nutzte aus deutscher Sicht der Leverkusener Roman Fricke, um sich mit 2,20 Metern als Sechster für den European Indoor Cup in Leipzig (15.2.) zu empfehlen. Der gelernte Tischler und Einrichtungs-Fachberater haderte danach mit seinem Anlauf und trauerte den verpassten Chancen nach. „Zwei Sprünge über 2,24 Meter wurden elektronisch mit 2,26 Meter gemessen.“ Jetzt steht der Leverkusener erst mal an der Spitze der deutschen Bestenliste und in Lauerstellung: „Sollte sich dieses Jahr bei mir der große sportliche Erfolg einstellen, werde ich sofort meine Ausbildung unterbrechen.“ Die macht er in Hildesheim als Holztechniker. Wohnhaft ist er in Hannover und zum Training fährt er dreimal in der Woche nach Leverkusen zu Hans-Jörg Thomaskamp. „Das macht zusammen 1200 Kilometer hinterm Steuer und jede Menge Stress“, meint der Fünfte der U23-Junioren-EM von 1999. Seit April letzten Jahres verletzungsfrei, strebt er nun ein Ziel an, das Optimale aus sich heraus zuholen.
Die Resultate finden Sie in der
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Monika Pyrek gewann überlegen den Stabhochsprung (Foto: Gantenberg)
Bester deutscher Hochspringer (Foto: Gantenberg)