31.12.2002 | Aktuell | Christian Fuchs
Die Silvesterläufe im Überblick
Eine besondere Attraktion und der Abschluss eines Leichtathletik-Jahres sind traditionell die Silvesterläufe am 31. Dezember von Sao Paulo bis Trier. leichtathletik.de hat für Sie alle aktuell verfügbaren und der Redaktion übermittelten Infos zu den bedeutendsten Veranstaltungen zusammengetragen.
Alexander Lubina lief in Trier als Zweiter ein großartiges Rennen (Foto: Hörnemann)
N A T I O N A L
Trier
Im "deutschen Sao Paolo" Trier setzte sich die Cross-Weltmeisterin Edith Masai über fünf Kilometer in 15:29 Minuten gegen Restituta Joseph (Tansania; 15:45 min) durch. Bei ihrem Comeback nach über einjähriger Verletzungspause landete die Frankfurterin Irina Mikitenko mit einer Zeit von 15:47 Minuten auf dem dritten Rang. Das Energiebündel aus dem Siegerland, Sabrina Mockenhaupt (16:20 min), erfüllte als Fünfte und damit zweibeste Deutsche das Soll. Im danach folgenden "Lauf der Asse", bei dem vor der prächtigen Kulisse von 10.000 Zuschauern acht Kilometer zu meistern waren, lief der Wattenscheider Alexander Lubina ein glänzendes Rennen und musste sich nach einem starken Finish nur dem siegreichen Kenianer Wilson Chemweno (23:00 min) knapp um eine Sekunde geschlagen geben. Dicht hinter ihm folgten mit Lord Torome (Kenia), Alexandre Wassiliew (Russland) und Sammy Kipruto (Kenia; alle 23:02 min) drei weitere ausländische Gäste. Vorjahressieger Daniel Gachara (Kenia; 23:08 min) konnte als Sechster nicht mehr den Anschluss halten.
Bietigheim
Einen marokkanischen Sieg erlebten 15.000 Zuschauer durch Mohamed Said Zouhair bei der 22. Auflage des Silvesterlaufes in Bietigheim. Er legte die 10,6 Kilometer in 31:33 Minuten zurück und gewann vor den Deutschen Andre Green und Michael Wolf (beide 31:56 min). Bei den Frauen war Luminita Zaituc, die Vize-Europameisterin im Marathon, mit 36:05 Minuten am schnellsten.
Werl – Soest
Der 21. Silvesterlauf von Werl nach Soest endete mit einem überraschenden Erfolg von Ansgar Varnhagen (LG Olympia Dortmund). Der 23- jahrige legte bei starkem Gegenwind und Temperaturen um den Gefrierpunkt die 15 Kilometer lange Strecke entlang der Bundesstraße 1 in 49:32 Minuten zurück und lag damit vor Dominik Asmuth (TG Harkort Wetter, 49:59 Min.) und Christian Ritosek (TV Wattenscheid, 50:02 Min.). Die Entscheidung fiel nach elf Kilometern, als sich Varnhagen aus einer 15-köpfigen Spitzengruppe lösen konnte. "Die Stimmung war echt super. Ich hatte mit meinem Erfolg nicht gerechnet, da ich vorher im Wettkampf noch nie so lange Strecken gelaufen bin," befand Ansgar Varnhagen nach seinem Überraschungserfolg. Bei den Frauen beschleunigte Kerstin Meisa (ATG Aachen) 5000 Meter vor dem Ziel und setzte sich knapp in 57:33 Minuten vor Eva - Maria Stöwer (LAC Veltins Hochsauerland, 57:36 min) und Katharina Schley (VFL Gladbeck, 57:40 min) durch. Für die Vorjahresachte kam der Sieg ebenfalls unerwartet. Mit 7.079 Läuferinnen und Läufer konnte der größte Silvesterlauf in Europa eine neue Rekordteilnehmerzahl (bisher 2001mit 6663 Teilnehmern) verzeichnen. Über 15.000 Zuschauer säumten die Strecke entlang des alten Hellwegs und feierten eine vorgezogene Silvesterparty. Neben dem Sport stand bei der Traditionsveranstaltung der gute Zweck im Vordergrund. So wurden durch Startgelder und Spenden 50000 Euro für eine Krebshilfe-Organisation in Soest gesammelt. (P.M.)
Berlin
Den Hauptlauf über 10,3 Kilometer mit dem zweimaligen Überqueren des Teufelsberges, der höchsten Erhebung Berlins, gewann der ehemalige Langstreckenläufer und jetzige Triathlet Jan Diekow vom SCC Berlin mit 23 Sekunden Vorsprung vor dem vereinslosen Christoph Hofmann. Die Siegerzeit für Diekow betrug bei glatter Laufstrecke 36:32 Minuten. Beim Lauf der Frauen siegte überaus deutlich die Cottbusserin Kathrin Neumann mit 41:34 Minuten. (beku)
München
Beim mit über zweitausend Teilnehmern stark besetzten Münchner Silvesterlauf über 10 Kilometer auf dem Olympiaparkgelände wiederholte Dennis Pyka seinen überraschenden Sieg vom Vorjahr. Der Domspitzmilch-Crack konnte sich vierhundert Meter vor dem Ziel locker vom deutschen Spitzenläufer Maximilian Bahn (LG Bonn-Troisdorf; 31:17 min) lösen und gewann sicher in 31:11 Minuten. Dritter wurde der Regensburger "Neu-Marathonese" Hans Hopfner (LG Salzachtal; 31:27 min) vor dem mehrmaligen ehemaligen Silvester-Champ Michael Soukop (Tschechien), womit er natürlich seine Altersklasse der 40jährigen sicher im Griff hatte. Bei den Frauen ließ Ellen Schöner (LG Domspitzmilch Regensburg) von vornherein nichts anbrennen und raubte mit einem irrwitzigen Anfangstempo, das sie am Ende doch ein wenig büßen musste, allen anderen Gegnerinnen den Nerv. In 36:18 Minuten erreichte sie dennoch weit vor Birgit Koch (LG Rupertiwinkel; 36:47 min) das Ziel. Mit der auf Platz vier hinter Lissy Weber (37:59 min) einlaufenden Gaby Pfandorfer (38:05 min) stellte die LG Domspitzmilch auch noch die schnellste 40-jährige, während ihre beiden Teamkolleginnen Mikki Hirt (38:38 min) und Susie Falkenstein (39:02 min) auf den Plätzen gleich dahinter einkamen. (rik)
Seubersdorf
Mit über sechshundert Teilnehmern erwies sich der Seubersdorfer Silvesterlauf erneut als das Rennereignis der Region Regensburg. Absoluter Dominator auf der 9,6 Kilometer langen Distanz war Thomas Lang (LG Erlangen), der mit knapp über 31 Minuten Rudi Salzberger (LG Domspitzmilch Regensburg) und Markus Kerscher (LLC Marathon Regensburg) sicher in Schach hielt. Bei den Frauen gewann Evi Heil (LG Domspitzmilch/TSV Berching) mit 38:35 Minuten. Auch die Kurzdistanzen über 5 Kilometer wurden eine klare Beute von Domspitzmilch-Athleten/Innen. Eva Karg (LG Domspitzmilch/SpVgg Wolfsbuch) siegte mit ausgezeichneten 18:56 Minuten und Lokalmatador Andreas Fruhmann (LG Domspitzmilch Regensburg/LT Seubersdorf) hatte mit 16:49 Minuten keinerlei Mühe, Jugendsieger Oliver Köhler (LG Domspitzmilch/TSG Laaber – 17:07) sicher niederzuhalten. Als Bester B-Jugendlicher erwies sich Benedikt Schäffer (LG Domspitzmilch/SG Painten – 17:47), bestes Mädchen war die noch B-Jugendliche Eva Ferstl (LG Domspitzmilch/SG Painten). Trotz des garstigen Nieselregens profitierten alle Starter vom starken Rückenwind auf den freien Stücken des Rundkurses und sorgten so für die schnellsten Zeiten, die es jemals in der 22jährigen Geschichte des Traditionsrennens gegeben hat. (rik)
Neuburg / Donau
Regina Schnurrenberger (FTSV Straubing) hieß die überragende Läuferin beim 28. Neuburger Silvesterlauf über 6,1 Kilometer. Bei frühlingshaften Temperaturen war die erfolgreiche Cross-EM Starterin auf der weiblichen Seite konkurrenzlos und ließ bei ihrem als Trainingslauf angesetzten Start im 540-köpfigen Teilnehmerfeld auch nur wenigen Männern den Vortritt. In 21:21 Minuten stellte die B-Jugendliche bei ihrem Sieg auf der abwechslungsreichen und mit einem giftigen Anstieg gespickten Rundstrecke durch die historische Altstadt und entlang der Donau auch einen neuen Streckenrekord auf. Im Kampf um den ersten Platz in der Männerwertung kam es zur spannenden Spurtentscheidung zwischen dem Lokalmatadoren Heiko Middelhoff (DJK Friedberg) und Artur Landenberger (SC Ingolstadt), den schließlich der Hauptklasse angehörige Landenberger in 19:02 Minuten gegenüber dem A-Jugendlichen Middelhoff in 19:03 Minuten gewann. (J.S.)
Höchstadt (29.12.)
Einmal mehr hat sich am Sonntag gezeigt, dass der Silvesterlauf von Höchstadt das Laufsportereignis in Franken ist. Auch bei der 19. Auflage konnte die fränkische Laufgala mit einem Teilnehmer-, 764 Läufern und Läuferinnen ereichten das Ziel, und Zuschauerrekord glänzen. Über 4.000 begeisterte Zuschauer trieben im Elitelauf den Bamberger Manfred Dusold (28,04 min / 9,2 km) zum Sieg, kaum geringer war die Begeisterung beim Frauenrennen, in dem sich Elke Lorenz (16,38 min / 4,6 km) von der LG Regensburg durchsetzte. Lange musste der 34jährige Dusold auf einen Sieg im Elitelauf über 9,2 Kilometer warten, seinen Ruf als "ewiger" Zweiter hatte sich der Deutsche Berglauf-Vizemeister in den vergangenen Jahren hart erkämpft. "Ich freue mich nach zwanzig Jahren erneut in Höchstadt zu gewinnen," überraschte er im Sieger-Interview. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach. Beim ersten Höchstadter Silvesterlauf 1982 gewann der 14jährige Manfred Dusold den Schülerlauf. (ki)
Saarbrücken (29.12.)
Viele der späteren Trier-Starter gaben in Saarbrücken bereits am Sonntag ihre Visitenkarte ab. Dabei feierten die Kenianer dank Sammy Kipruto (29:34 min) und Hosea Kogo (29:35 min) über zehn Kilometer einen Doppelsieg. Bei den Frauen vereitelte Restituta Joseph aus Tansania (33:11 min) als klare Siegerin gegen Leah Malot (33:55 min) den totalen Triumph der ostafrikanischen Läufernation auf saarländischem Boden. Bester Deutscher war Stefan Groß von der LG Bonn Troisdorf mit einer Zeit von 31:19 Minuten.
I N T E R N A T I O N A L
Sao Paulo
Beim traditionellen Silvesterlauf über 15 Kilometer im brasilianischen Sao Paolo kam der Kenianer Robert Cheruiyot mit den brütend heißen Bedingungen von 36 Grad Hitze am besten zurecht. Er siegte in 44:59 Minuten mit sieben Sekunden Vorsprung auf den Brasilianer Marilson dos Santos. Dritter wurde der Kenianer Paul Kirui (45:14 min) vor dem Äthiopier Sileshi Sihen (45:36). In der Frauenkonkurrenz führte Marizete de Paula (54:02 min) einen brasilianischen Dreifachtriumph an.
Bozen
Bereits zum dritten Mal hat Cross-Europameister Sergej Lebed (Ukraine) den Silvesterlauf in Bozen für sich entschieden. Er gewann mit einer Zeit von 29:02 Minuten vor den Kenianern Paul Kosgei (29:07 min) und Mark Bett (29:08 min). Stefano Baldini war in 29:17 Minuten auf Rang fünf der schnellste Italiener. Der Wattenscheider Jan Fitschen (29:36 min), der momentan in Südtirol weilt, zog sich als Siebter gut aus der Affäre und war mit dem Ergebnis zufrieden. Auch von der Atmosphäre zeigte er sich angetan. Bei den Frauen behauptete sich die Äthiopierin Berhane Adere in 15:50 Minuten gegen die Russin Olga Romanova (16:02 min) und ihre Landsfrau Merima Denboba (16:02 min), die sich ein spannendes Duell um den zweiten Platz lieferten. Adere hatte im Feld Ayelech Worku ersetzt, die wegen Streitigkeiten mit dem Verband nicht ausreisen durfte.
Peuerbach
Der Österreicher Günther Weidlinger ließ in Peuerbach die heimischen Fans jubeln. Er gewann das Rennen über 6,8 Kilometer in 18:57 Minuten vier Sekunden vor Fabian Joseph aus Tansania. Dritter wurde der Kenianer Benson Cherono (19:04 min). Bei den Frauen gab die Jugoslawin Sonja Stolic den Ton an. Sie lief in 15:55 Minuten über 5,1 Kilometer einen neuen Streckenrekord und ließ die Kenianerinnen Leah Malot (16:03 min) und Susan Kurui (16:06 min) hinter sich.
Wien
Beim Silvesterlauf in Wien setzte sich über eine Strecke von 5,4 Kilometer der Österreicher Michael Buchleitner gegen den in 15:48 Minuten zeitgleichen Ukrainer Maxi Janischewski durch. Bei den Frauen lief die Slowenin Helena Javornik mit einer Zeit von 16:31 Minuten einen Streckenrekord und verwies ihre Landsfrau Jolanda Ceplak (17:47 min) klar auf den zweiten Rang.
H I N W E I S E
Die wichtigsten
Top-Resultate finden Sie in der
leichtathletik.de-Ergebnisrubrik...
Anmerkungen und Ergänzungen zu den Silvesterläufen 2002 bitte per E-Mail an Christian Fuchs unter der Adresse
fc@leichtathletik.de
Zur Veröffentlichung von
Ergebnissen steht Ihnen auch unsere
User-Ergebnisdatenbank zur Verfügung!