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30.12.2002 | Aktuell | Christian Fuchs

Münchner Leichtathletik-Meeting vorerst abgeblasen

Kein Geringerer als der britische Popstar Robbie Williams muss dafür herhalten, dass das für den 9. Juli des kommenden Jahres geplante Leichtathletik-Meeting im Münchner Olympiastadion nicht wie geplant stattfinden kann. Der Brite, der nach Angaben des Konzertveranstalters BSE Konzerte "Ernst macht" und ansetzt, die "weltliche Popherrschaft an sich zu reissen", hat dort drei Tage zuvor einen Auftritt und durchkreuzt damit die einst so ambitionierten Leichtathletikpläne in der bayerischen Landeshauptstadt.

Statt Charles Friedek oder Heike Drechsler fliegt Robbie Williams durch das Olympiastadion (Foto: BSE)

"Selbst wenn die Techniker vom Veranstalter und die Olympiapark München GmbH den Abbau der Installationen für Bühne und Technik des Robbie Williams-Konzerts bis Dienstag, den 8. Juli, schaffen würden, ist das Risiko, am Mittwoch keine optimalen Bedingungen für ein international hochkarätiges Leichtathletik-Meeting zu schaffen, viel zu groß", erklärt Olympiapark-Chef Wilfrid Spronk die Situation. Bereits im Mai und Juni finden vier weitere große Konzerte statt, die ebenfalls ihre Spuren hinterlassen könnten. So zumindest die Befürchtung in München.

"Die Gefahr, dass durch die Auf- und Abbauarbeiten die Laufbahn an irgendeiner Stelle auch nur leicht beschädigt wird und damit Laufwettbewerbe gefährdet würden, ist einfach zu groß. Andererseits wollten wir in der Tat nicht auf das in jeder Hinsicht äußerst attraktive Open-Air-Konzert mit Robbie Williams drei Tage vor dem Meeting-Termin verzichten." Damit hat die Showbranche die Leichtathletik exakt an jenem Schauplatz ausgebremst, an dem noch vor wenigen Monaten der Sport für einen Zuschauer-Run und Gänsehautfeeling sorgte.

Gabi Rockmeier: "Finde es sehr schade"

"Ich finde es sehr schade, dass es abgesagt werden muss", bedauert die bayerische Vorzeigesprinterin Gabi Rockmeier, "das Meeting wäre im Anschluss an die EM sehr sinnvoll gewesen, die Euphorie ist nämlich jetzt noch zu spüren. Später könnte dieses EM-Feeling verpuffen." Die Staffel-Silbermedaillengewinnerin von München hielt den 9. Juli im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Paris aus sportlicher Sicht für einen idealen Termin.

Auch Vize-Europameister Lars Börgeling ist traurig über die Absage: "Wir können wohl nicht mit dem guten Robbie Williams konkurrieren. Es wäre schön gewesen, ein EM-Revival zu feiern. Ich glaube, dass München ein sehr leichtathletik-begeistertes Publikum bietet und das Olympiastadion auch mit der guten Anlage für beste Leistungen prädestiniert wäre."

Olympiapark will Leichtathletik "treu" bleiben

Doch wie geht es nun weiter mit dem Leichtathletik-Standort München, der zum Ende der Europameisterschaft sogar WM-Anspüche anmeldete? Wilfrid Spronk versichert, dass die Leichtathletik weiterhin für den Olympiapark interessant bleiben soll und man 2003 die Weichen für Veranstaltungen im Olympiastadion stellen will.

"Der Vorteil, eines der wenigen Großstadien mit leichtathletischen Anlagen in Deutschland zu sein, gilt für uns auch als eine Aufforderung, diesem Sport in Zukunft treu zu bleiben." Gerade, wenn die Fußball-Bundesliga in rund drei Jahren den Olympiapark verlässt, sind adäquate andere Events gefragt. Eine Chance, den unmittelbaren Rückenwind einer grandiosen Europameisterschaft für die Leichtathletik zu nutzen, wurde zumindest für 2003 vertan. Doch ein neuer Anlauf für 2004 ist geplant.

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Lokalmatadorin Gabi Rockmeier bedauert die Absage (Foto: Chai)

Olympiapark-Boss Wilfrid Spronk will weiter auf die Leichtathletik setzen

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