07.04.2008 | Interview | Alexander Pochert
Martin Beckmann - „Gebe nicht kampflos auf“
Bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Calw setzte sich am Sonntag Martin Beckmann souverän durch. In knapp drei Wochen beim Hamburg-Marathon will der Läufer der LG Leinfelden-Echterdingen die Norm (2:13:00 h) für die Olympischen Spiele in Peking (China) angreifen. Im Interview mit leichtathletik.de verriet er, dass er immer noch auf der Suche nach dem optimalen Rennen ist.
Martin Beckmann siegte am Sonntag in Calw (Foto: Kiefner)
Martin Beckmann, herzlichen Glückwunsch zum Titel bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften. Sind sie zufrieden mit ihren Lauf?
Martin Beckmann:
Das Rennen sollte einfach ein Härtetest für den Hamburg-Marathon werden. Es ging ganz gut, vor allem wenn man sieht, dass ich erst vor zwei Tagen aus der Höhe von Flagstaff zurückgekehrt bin. Und natürlich zählt auch, dass es mein erster Titel im Halbmarathon war.
Wie haben Sie sich auf die Saison vorbereitet? Haben Sie etwas in Ihrem Training verändert?
Martin Beckmann:
Dieses Jahr war ich zum ersten Mal in Flagstaff, das liegt noch ein wenig höher als St. Moritz. Es waren viele Leute da, die schon seit etlichen Jahren dort trainieren, wie die Wattenscheider oder Tübinger Gruppen. Ich habe die Kilometerumfänge erhöht und war noch zweimal in der Höhe. Das ist der größte Unterschied. Beim Marathon trainiert man nie das Gleiche, man muss immer etwas umstellen. Aber ich habe richtig gut gearbeitet.
Die Norm für Peking liegt bei 2:13 Stunden. Ist das machbar?
Martin Beckmann:
Ich habe eine sehr gute Vorbereitung hinter mir, bin verletzungsfrei geblieben und die Norm ist nicht so weit weg, dass ich kampflos aufgebe. Die 2:13 Stunden sind in einem Bereich, den ich mir zutraue, zu laufen. Ob es in Hamburg dann klappt, wird auch von der Tagesform und vom Wetter abhängen.
Wie werden Sie Hamburg angehen?
Martin Beckmann:
Ich werde nicht ganz alleine laufen, das ist schon mal gut. Tempomacher werden mir helfen. Aber in der Vorbereitung darf man sich auf niemanden verlassen.
Bei welchen Rennen werden wir Sie in diesem Jahr noch erleben?
Martin Beckmann:
Das ist noch gar nicht abgesprochen. Jetzt muss ich erstmal zu Hause ankommen. Alles steht im Zeichen des Marathons. Ich plane nur hin zum Marathon, dann wird weiter geplant.
Gegenwärtig geistert immer wieder das Thema Olympia-Boykott durch die Medien. Was halten Sie davon?
Martin Beckmann - Ein Boykott hat noch keinem was genutzt (Foto: Gantenberg)
Martin Beckmann:
Ich denke ein Boykott hat noch keinem was genutzt. Man tut den Sportlern, die viele Jahre daraufhin gearbeitet haben, keinen Gefallen. Da muss die Politik Wege finden.
Im nächsten Jahr findet die Weltmeisterschaft in Berlin statt. Haben Sie das schon in der Planung?
Martin Beckmann:
Berlin als Heim-WM ist definitiv ein Ziel. Das ist auch planbarer, weil man da mit der Mannschaft rechnen kann.
Sie sind jetzt 30 Jahre. Haben Sie sich schon Gedanken über ein Ende Ihrer Laufbahn gemacht?
Martin Beckmann:
Das hängt viel von der weiteren Entwicklung ab. Ich weiß, dass ich im dritten Drittel meiner Läuferkarriere bin. Aber es gibt viele die laufen, bis sie 40 Jahre alt sind. Ich habe noch Potential. Und natürlich suche ich immer noch nach dem optimalen Rennen und der optimalen Vorbereitung.