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16.01.2008 | Aktuell | Peter Grau

Ana Guevara beendet Streit mit Rücktritt

Ex-Weltmeisterin Ana Guevara (Mexiko) hat am Mittwoch ihren Rücktritt erklärt. Nach elf Jahren Leistungssport verkündete die Olympia-Zweite auf einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt offiziell ihren Abschied aufgrund von Querelen mit Funktionären. „Mein Rückzug aus dem mexikanischen Sport ist endgültig”, meinte die 400-Meter-Läuferin, die auch noch bei den Weltmeisterschaften 2001 und 2005 Bronze geholt hatte.

Ana Guevara zog einen Schlussstrich (Foto: Chai)


„Es gab zwar die Idee, dass ich als unabhängige Teilnehmerin in Weiß an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen sollte, doch das wollte ich nicht. Meine Hoffnung bestand bis zuletzt darin, dort für mein Land zu starten”, erklärte die 30-Jährige.

Der Entschluss kam nicht mehr aus heiterem Himmel. Seit dem vergangenen Jahr befand sich Ana Guevara im Streit mit dem mexikanischen Leichtathletikverband und dessen Funktionären, denen sie Verfehlungen vorwarf. Das spitzte sich zu, als sie die Entlassung von Mariano Lara, dem Präsidenten der Mexikanischen Leichtathletikföderation (FMA), forderte. Sie hatte ihn wegen mutmaßlichem Betrug und Unterschlagung angezeigt.

Einsamer Kampf

In diesem Prozess der Konfrontation fühlte sie sich schließlich von vielen vermeintlichen Mitstreitern enttäuscht. „Die Dinge liefen nicht nach meinen Vorstellungen, es ging alles weiter wie bisher“, sagte sie fast resignierend und fügte hinzu: “Ich bin völlig allein, und das ist ein zu großer Kräfteverschleiß für mich. Und vor allem sehe ich kein positives Ende vor mir. Ich habe an alle Türen geklopft und es gab kein Entgegenkommen.”

Trotzdem war ihre Entscheidung gegen den Sport insofern überraschend, als dass sie noch vor einer Woche voller Enthusiasmus von einem Start bei den Panamerikanischen Spielen 2011 in Guadalajara geschwärmt hatte.

Im Kampf mit den Funktionären sah die Athletin kein Land (Foto: Chai)


Kampf mit den Funktionären


Im September 2007 hatte Ana Guevara ihren Kampf für die Verbesserung der Bedingungen der Sportler mit einem Brief, der von der Mehrzahl der mexikanischen Teilnehmer an der WM in Osaka (Japan) unterschrieben wurde, begonnen. Der Brief, in dem sie Missstände im Verband anprangerte, gelangte bis zur „Conade“, der Nationalkommission für Körperkultur und Sport in Mexiko.

Zwar gab es dann einen Teilerfolg, als Mariano Lara für vier Jahre suspendiert wurde, aber das reichte Ana Guevara nicht. Angesichts dessen gab es von der Seiten der „Conade“ weitere Bestrebungen, das Aushängeschild der mexikanischen Leichtathletik zum Weitermachen zu bewegen.

Kein Zurück mehr

„Wir wollten ihr trotz der Querelen die besten Bedingungen schaffen, um ihren Olympiastart zu ermöglichen, wo sie sicherlich wieder Chancen auf den Einzug ins 400-Meter-Finale gehabt hätte”, erklärte der stellvertretende Direktor der „Conade“, Jorge Camacho. Doch die Fronten hatten sich so verhärtet, dass es für Ana Guevara kein Zurück mehr gab.

Mit dem Rücktritt zog sie allerdings keinen endgültigen Strich unter ihre Beziehung zur Leichtathletik. “Wenn man mich arbeiten lässt, würde ich gern in nicht allzu ferner Zukunft Verantwortung im mexikanischen Sport übernehmen. Ich brauche allerdings jetzt einige Zeit, um darüber nachzudenken.”

Die mexikanische Leichtathletik verliert jedenfalls ein ganz großes Aushängeschild, das ihre Bestzeit 2003 bei der WM in Paris (Frankreich) mit 48,89 Sekunden aufgestellt hatte und zwischenzeitlich die weltweit tonangebende Läuferin über 400 Meter war.

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