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06.01.2008 | Aktuell | fc/eme/aj

Athleten in Kenia vor großen Problemen

Die nach wie vor angespannte politische und von gewalttätigen Unruhen begleitete Lage in Kenia stellt in- und ausländische Athleten vor große Probleme. Inzwischen mehren sich Meldungen von Läufern, die nicht mehr das Haus verlassen wollen, weil sie um ihre Sicherheit fürchten. Damit ist ein geregeltes Training derzeit ebenso fast unmöglich wie das Reisen zu Wettkämpfen.

Lornah Kiplagat hat schlaflose Nächte (Foto: Möldner)


Durch Absagen unmittelbar betroffen war davon an diesem Wochenende der Crosslauf in Belfast (Nordirland). In der kommenden Woche sollen einige kenianische Athleten zu Läufen in Europa sowie den Marathonrennen in Phoenix und Houston (beides USA) aufbrechen. Nach wie vor ist unklar, ob die Sportler überhaupt nach Nairobi reisen können, um dort die internationalen Flüge zu erreichen. In den letzten Tagen kam es vor, dass am Flughafen in Eldoret, den viele Läufer nutzen, 735 Leute auf einen Platz in einem Flugzeug mit 25 Plätzen gewartet haben.

Cross-Weltmeisterin Lornah Kiplagat (Niederlande), die in Iten ein Hochleistungszentrum unterhält, hatte schlaflose Nächte. Gerade die internationalen Athleten mussten unter diesen Umständen ausgeflogen und in Sicherheit gebracht werden. Ihr Ehemann und Manager Pieter Langerhorst beschrieb die Lage als „sehr, sehr ernst“. Man bemühte erfolgreich die niederländische Botschaft in Nairobi, die dann einen Flieger für 35 Personen zur Evakuierung auf den Weg schickte.

Geschäfte geschlossen

Der ebenfalls als Manager in die kenianische Szene involvierte James Templeton sagte zur Situation: „Die nächsten Tage und Wochen sind kritisch, wenn die Gewalt nicht unter Kontrolle gebracht werden kann. Die Lage wird sich verschlimmern, je mehr Morde passieren und Rache geübt wird. Geschäfte sind bereits geschlossen, Leute ohne Essen.“

Die Zustände überschatten derzeit in der Läuferszene alle sportlichen Ambitionen. So schrieb der Ex-Athlet Martin Keino in einer Kolumne: „Leichtathletik hat keinen Vorrang, so lange Menschen sterben und man Angst um sein einst sicheres und friedvolles Leben haben muss.“

Seit den Wahlen am 27. Dezember wurde von insgesamt rund 300 Toten in Kenia berichtet. 250.000 Menschen sind auf der Flucht. Die Vereinten Nationen entsenden inzwischen Hilfslieferungen in das Läuferland.

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