12.08.2007 | Aktuell | Daniela Städter / Alexandra Neuhaus
Stimmen von der RAG-DLV-Gala
Die RAG-DLV-Gala in Bochum-Wattenscheid war am Sonntag der letzte Test des DLV-Teams vor der Weltmeisterschaft in Osaka (Japan; 25. August bis 2. September). Wo stehen sie vor dem Highlight dieser Saison? Wie schätzen sie selbst ihre Leistungen ein? Alexandra Neuhaus und Daniela Städter haben sich für leichtathletik.de bei den nationalen und internationalen Siegen und Stars umgehört und ihre ersten Eindrücke eingefangen.
Peter Esenwein betrachtet den Leistungsnachweis als erledigt (Foto: Gantenberg)
Stabhochsprung Männer
DANNY ECKER (1. Platz; 5,81 Meter; TSV Bayer 04 Leverkusen):
Nach meiner Handverletzung war es jetzt das erste Wochenende, an dem ich zwei Wettkämpfe bestritten habe. Sonst habe ich immer viel Pause zwischen den Wettkämpfen gehabt, um meine Hand zu schonen. Aber jetzt habe ich keine Schmerzen, die Hand hält. Das gibt mir die nötige Bestätigung, dass ich fit bin. Auch mit meiner Leistung bin ich heute sehr zufrieden. Der letzte Versuch an 5,90 Metern hat mich sehr optimistisch gestimmt, dass ich auch diese Höhe in dieser Saison noch springen kann. Heute hatte ich teilweise einige Probleme mit meinem Anlaufrhythmus. Nach der DM habe ich viel Kraft trainiert, vielleicht lag es auch daran, dass ich heute die 5,90 Meter noch nicht gepackt habe. In Osaka wird vor allem der Wind viel Einfluss auf den Wettkampf haben und für Schwierigkeiten sorgen, denn Osaka ist bekannt für wechselnde Winde. Bei guten Bedingungen wird man wohl 5,90 Meter springen müssen, um bei den Medaillen dabei zu sein. Meine Goldfavoriten sind Steve Hooker und Brad Walker, die beide beständig sind und auch bei schwierigen Bedingungen gute Leistungen bringen. Ob ich selber um Gold mitspringen kann, weiß ich nicht. Klar möchte ich das gerne. Ich habe mich diese Saison beständig bei 5,70 bis 5,80 Metern eingependelt und kann mein Potential auch bei schweren Bedingungen abrufen. Daher weiß ich, dass ich mich auch in Osaka auf meine Nervenstärke verlassen kann.
Stabhochsprung Männer
BJÖRN OTTO (5. Platz; 5,51 Meter; LAV Bayer Uerdingen/Dormagen):
Ich bin und kann mit meinem Ergebnis heute nicht zufrieden. Am Freitag bin ich in Leverkusen noch 5,90 Meter gesprungen und ich weiß, dass ich in guter Form bin. Aber heute bin ich mit der Anlage hier überhaupt nicht zurecht gekommen. Ich ärgere mich schon sehr.
Speerwurf Frauen
CHRISTINA OBERGFÖLL (1. Platz; 65,42 Meter; LG Offenburg)
Ich hatte mit dem Sieg gerechnet, es war ein schöner Wettkampf. Da ich auch am Freitag beim Bayer-Meeting geworfen hatte, hatte ich schon nach dem ersten Wurf überlegt aufzuhören. Doch dann habe ich noch bis zum vierten Versuch weiter gemacht und da die Konkurrenz auch aufgehört hatte, habe ich auf die letzten beiden Versuche verzichtet.
Speerwurf Männer
PETER ESENWEIN (1. Platz; 76,79 Meter; LAZ Salamander/Kornwestheim)
Ich musste noch einen Leistungsnachweis bringen und ich gehe davon aus, dass es mit diesem Wettkampf erledigt ist. Wie man sieht, haben die anderen auch nicht so gut geworfen. Die Bedingungen waren gut, nur der Gegenwind war nicht ganz so geschickt. Ich wollte 80 Meter werfen, das hatte sich im Training angedeutet, aber im Wettkampf ist es nun einmal etwas anderes.
3.000m Männer
JAN FITSCHEN (1. Platz; 7:46,74 Minuten; TV Wattenscheid 01)
Es ist so genial, vor einem solchen Publikum zu laufen, wenn alle aufstehen und einen so anfeuern. Ich hatte vorher noch ganz viele Tickets für Bekannte, Freunde und Leute von der Universität organisiert und es war einfach nur total klasse. Ich wollte das Rennen unbedingt gewinnen, und dass es gleich eine solche Zeit wird, ist unglaublich. In Osaka will ich ins Finale kommen, unmöglich ist das nicht. Der Saisonverlauf war nicht so gut, aber ich habe die Ruhe bewahrt und bin nicht panisch geworden.
400m Hürden Frauen
ULRIKE URBANSKY (2. Platz; 55,43 Sekunden; Erfurter LAC)
Die Generalprobe ist geglückt. Das war heute ein schöner runder Lauf. Komisch war nur, dass ich vorher gar nicht nervös war. Aber ich wusste, dass meine Form stimmt und das habe ich heute auch wieder bewiesen. Jetzt werde ich noch drei Tage trainieren und am Donnerstag geht's dann los nach Japan. Aufgrund der Zeitverschiebung wird die ersten drei Tage wohl kein richtiges Training möglich sein, da sich der Körper auch erstmal an das Klima gewöhnen muss. Eine Prognose im Hinblick auf mein Abschneiden bei der WM möchte ich nicht abgeben. Ich werde einfach wie immer mein Bestes geben und dann mal schauen, was dabei rauskommt.
400m Hürden Frauen
ANNA JESIEN (1. Platz; 55,35 Sekunden; Polen)
Dieses Ergebnis stellt mich nicht zufrieden. Ich wollte heute die 55-Sekunden-Marke unterbieten; das ist mir nicht gelungen. Vor allem auf den letzten 100 Metern waren meine Beine unglaublich schwer. Eine Erklärung sind wahrscheinlich die 30 Minuten Zeitverzögerung, mit der wir gestartet sind, aber ich weiß auch, dass das nicht ausschlaggebend sein darf. Bei der WM möchte ich ins Finale einziehen.
100m Hürden Frauen
DAWN HARPER (1.Platz; 12,67 Sekunden; USA)
Ich war vor dem Rennen sehr nervös, da ich wusste, dass ich stark drauf bin und das heute unbedingt zeigen wollte. Ich habe mit meinem Trainer in den letzten Wochen intensiv an meiner Aggressivität zwischen den Hürden gearbeitet. Das hat sich heute bezahlt gemacht. 12,67 Sekunden sind für mich persönliche Bestleistung und nach den letzten Trainingswerten kommt diese Zeit auch nicht überraschend für mich. Mein Ziel in dieser Saison ist nochmal Bestleistung zu laufen, denn ich weiß, dass ich noch schneller kann.
4x100m Frauen
VERENA SAILER (1. Platz 43,08 Sekunden; LAC Quelle Fürth/München)
Ich bin heute nicht im Einzel gestartet, da ich mich am Montag im Trainingslager beim Sprinttraining leicht am Adduktor-Ansatz verletzt habe. Ich wollte auf Nummer sicher gehen, aber ich wäre sehr gerne gelaufen. Zum Glück habe ich heute in der Staffel nichts gespürt. Es war ein wirklich gutes Rennen. In Osaka werde ich Runde für Runde schauen, dass ich weiter komme. Mit der Staffel wollen wir auf jeden Fall ins Finale.
Kugelstoßen Frauen
PETRA LAMMERT (2. Platz; 18,81 m; SC Neubrandenburg)
Mit meinem Auftreten bin ich nicht zufrieden. Ich wollte gewinnen und über 19 Meter stoßen. Das ist mir beides nicht gelungen. Ich denke es liegt daran, dass ich direkt aus dem Training komme und die Beine doch sehr schwer waren. Mein Ziel für die WM bleibt aber unverändert. Ich will in Osaka um die Medaillen mitstoßen.
Kugelstoßen Frauen
NADINE KLEINERT (1. Platz, 19,38 m; SC Magdeburg)
Ich bin heute sehr zufrieden mit meinem Ergebnis. Endlich konnte ich mal annähernd zeigen, was ich kann. Die Werte im Training zeigen mir, dass ich auf jeden Fall noch einen halben Meter draufpacken kann. Aber heute hat es noch an der Technik gemangelt. Ich bin innerlich sehr viel ruhiger geworden, das ist schon mal viel wert und deshalb mache ich mir auch im Hinblick auf Osaka keine Sorgen. Ich weiß nicht, was man stoßen muss, um eine Medaille zu gewinnen, aber es werden wieder die üblichen Favoriten sein, die um Gold kämpfen.
Hochsprung Männer
EIKE ONNEN (1. Platz; 2,26m; LG Hannover)
Mein letzter Versuch über 2,30 Meter war heute mein bester. Vorher hat im Anlauf oft wenig gestimmt. Wichtig war für mich aber heute zu sehen, dass der Rücken hält. Seit Donnerstag bin ich erst wieder beschwerdefrei. Die Verletzung hat doch sehr lange gebraucht. Bei der WM glaub' ich aber daran, dass ich 2,30 Meter springen kann. Mein Ziel ist erstmal ein Platz unter den ersten Acht, aber ich träume natürlich von einer Medaille. Stefan Holm ist für mich der heiße Favorit auf Gold.
Kugelstoßen Männer
PETER SACK (2. Platz; 19,94 Meter; LAZ Leipzig)
Ich weiß wirklich nicht, was los war. In Wattenscheid habe ich noch nie gut gestoßen. Aber jetzt war ich sogar 1,06 Meter unter meiner Bestleistung, das ist schon ziemlich schlecht. Ich habe mich irgendwie schlapp gefühlt, da leidet dann auch die Technik. Das macht nicht gerade zuversichtlich für Osaka. Ich hätte heute natürlich viel lieber einen guten Wettkampf gemacht. Aber mir fehlen irgendwie noch die Worte, so schlecht war das heute. Mein Ziel ist es, in Osaka durch die Qualifikation zu kommen. Doch wenn ich mich so dämlich anstelle wie heute, dann wird das schon sehr schwierig.
1.500m Männer
Reyes Esteves (1. Platz; 3:34,33 min; Spanien)
Ich bin überglücklich. Nach meiner Verletzung, die mich die ganze Saison behindert hat, bin ich endlich wieder da. Ich habe so lange gehofft, dass ich dieses Jahr noch so schnell laufen kann und heute hat es geklappt. Ich bin einfach nur erleichtert.
110m Hürden Männer
GREGORY SEDOC (1. Platz; 13,41 Sekunden; Niederlande)
Vor dem Meeting hätte ich nicht gedacht, dass ich eine solche Zeit laufen kann. Aber während des Vorlaufs bin ich fast gefallen und bin dennoch relativ schnell gelaufen. Meine Bestzeit liegt bei 13,36 Sekunden, da war ich heute ziemlich gut dabei. Ich freue mich ich auf Osaka und hoffe, dass ich dort eine ähnliche Zeit laufen kann. Wir fliegen am Donnerstag in unser Trainingscamp in Japan, ab dem 26. August werde ich erst in Osaka sein.
100m Männer
JASON GARDENER (1. Platz; 10,28 Sekunden; Großbritannien)
Ich bin überglücklich. Ich beende meine lange Karriere als Sieger, was will ich mehr! Ich habe alles erreicht, da sind 10,28 Sekunden zum Ende absolut in Ordnung. Ich liebe es immer wieder, in Deutschland zu laufen. Ich werde mich jetzt im Bereich Sportsmarketing beim Rugby einbringen, vielleicht werde ich auch als Botschafter für den Verband arbeiten oder auch Athleten trainieren.
100m Frauen
FRANKA IDOKA (1. Platz; 11,32 Sekunden; Nigeria)
Über die Zeit bin ich sehr glücklich, da ich auch noch Gegenwind hatte. Nach meinem Sieg in Leverkusen war das heute der zweite Sieg innerhalb von drei Tagen. Das gibt mir Selbstvertrauen für die Weltmeisterschaft. Dort möchte ich auf jeden Fall ins Halbfinale. Ich weiß, dass ich dafür Bestzeit laufen muss. Die liegt bislang bei 11,22 Sekunden.
Diskuswerfen Männer
ROBERT HARTING (1. Platz; 64,68 Meter; SCC Berlin)
Die Weite war sehr gut, auch wenn der Wettkampf insgesamt durchwachsen war. Die Beine waren nicht wirklich fit, ich trainiere im Moment ziemlich hart. Mit 63 Metern hatte ich gerechnet. In Osaka will ich die Qualifikation überstehen und wenn es möglich ist, im Finale auf den achten Platz komme. Ich hoffe, dass ich das Essen dort vertrage, ich habe einen empfindlichen Magen. Wenn das der Fall ist, kann ich gut mitspielen. Ich will auf jeden Fall den Nummer-eins-Status in Deutschland verteidigen
Diskuswerfen Frauen
VERA CECHLOVA-POSPISILOVA (1. Platz; 60,35m; Tschechische Republik)
Ich bin mit dem Wettkampf zufrieden, auch wenn ich gerne weiter geworfen hätte. Im Einwerfen habe ich mich auch deutlich besser gefühlt als im Wettkampf selber, da wir zwanzig Minuten Pause hatten zwischen Einwerfen und Wettkampf. Dadurch hatte ich in meiner Technik einige Probleme. Bei der WM möchte ich natürlich eine Medaille. In Helsinki war ich Dritte und der Grund warum ich Leichtathletik betreibe, sind Medaillen. In guter Form bin ich auf jeden Fall.
800m Frauen
ELISA CUSMA (1. Platz; 2:00,50 Minuten; Italien)
Die Zeit ist ganz okay für mich. Ich freue mich, gewonnen zu haben und dass es bald nach Osaka geht.
200m Männer
BRIAN DZINGAI (1. Platz; 20,32 sec; Zimbabwe)
Ich bin mit mir und der Zeit zufrieden. Das ist in dem Bereich, in dem ich schon die ganze Zeit laufe. Ich habe dieses Jahr wirklich hart trainiert. Ich hoffe, dass ich in Osaka das Finale erreiche, dann kann dort alles passieren. Ich würde gerne in die Nähe meiner Bestzeit von 20,12 Sekunden vorlaufen.