10.01.2007 | Thema | Christian Fuchs
Golden League 2007 - Zurück in die Zukunft
Im Dezember gab der Weltverband IAAF den neuen Modus der Golden League bekannt. Dabei funktioniert die Königsklasse der Leichtathletik-Meetings in diesem Jahr weitestgehend nach alten Regeln und einem "The Winner Takes It All"-Ethos.
Sechs Siege braucht man 2007 für den Millionen-Jackpot (Foto: Chai)
Hintergrund der Rückkehr zu Bewährtem ist vor allem, dass das Prämiensystem wieder durchschaubarer werden soll. Davon erhofft man sich auch neue Anreize für das Fernsehen.
"2007 wird für die Golden League aber ein schwierigeres Jahr als 2006, wo sich viele Athleten stark auf die Golden League konzentriert haben, weil keine WM oder Olympische Spiele stattgefunden haben", meint Gerhard Janetzky, der Managing Partner des Berliner DKB-ISTAF. Die zweite Hälfte der Serie, zu der auch die deutsche Veranstaltung gehört, könnte aber von der WM in Osaka (Japan) profitieren, denn auch an der Spree wird das Motto lauten: "Die Weltmeister zu Gast."
Einige dieser Weltmeister sollen dann auch noch im Rennen um das große Geld sein. Nur jene Athleten, die bei allen sechs Veranstaltungen in ihrer Disziplin siegreich sind, können den Millionenjackpot knacken. Damit kehrt die Golden League, die am 16. September erneut in Berlin endet, wieder zum Vorgängersystem zurück, nachdem man 2006 auch bereits mit fünf aus sechs Siegen abkassierte.
Neue Regelung die beste
Das ist auch in diesem Sommer möglich, allerdings nur dann, wenn sich kein Athlet bei allen sechs Meetings durchsetzt. In diesem Fall bekommen die Aktiven, die fünfmal gewonnen haben, einen Anteil aus der halben Jackpotsumme, also 500.000 US-Dollar.
Abgeschaut hat man sich diese Idee sogar beim deutschen DKB-Cup. "Ich habe diese Grundidee eingebracht", erklärt Gerhard Janetzky, der die neue Lösung als guten Kompromiss bei der vorherrschenden Angst, am Ende keine Komplettsieger zu haben, bewertet. "Jetzt ist die Golden League auch mit dem kleinen Jackpot noch ein Thema. Wir wollen den Jackpot, der für uns das Verbindende ist, so attraktiv wie möglich gestalten."
Wenn Gerhard Janetzky die in diesem Jahr gültige Jackpotregelung mit der alten und der letztjährigen vergleicht, dann kommt er zu dem Schluss, dass "die neue die beste" sei. Beiseite gelegt werden kann nun auch wieder der Taschenrechner, der noch 2006 notwendig war, um die Gewinnsummen der Athleten, die vom großen (bei allen sechs Siegen) und kleinen Jackpot (bei fünf von sechs Siegen) etwas abbekamen, zu berechnen.
Zehn Disziplinen
Zusammengestrichen wurde in der Golden League wieder die Anzahl der Disziplinen, in denen man sich in den Jackpot kämpfen kann. Zehn statt zuletzt zwölf Bewerbe umfasst 2007 das goldene Programm der Veranstalter. Gerhard Janetzky steht hinter dieser Entscheidung: "Wir haben kein Interesse an mehr Golden League-Disziplinen." Für das Berliner ISTAF ebnet das auch den Weg zu dem angestrebten etwas kleineren Programm mit 17 Wettkämpfen.
Gerhard Janetzky hofft auf einen großen Showdown in Berlin, wo er jetzt neben den männlichen Stabhochspringern auch deren weibliche Kolleginnen mit Superstar Yelena Isinbayeva (Russland), die um den Jackpot springen will, begrüßen wird können. Er tippt auf drei Finalisten, die im Olympiastadion um den sechsten Sieg kämpfen und nennt dabei neben der Stabhochsprung-Weltrekordhalterin noch einen der diesjährigen Abräumer, Sprinter Asafa Powell (Jamaika), und den Speerwerfer Andreas Thorkildsen (Norwegen) als seine heißesten Kandidaten.
Tops und bekannte Namen wichtig
Große Namen wie diese sind für die Golden League wichtig. Denn gerade mit und über die Stars lebt die Attraktivität der Serie, wie Gerhard Janetzky unterstreicht: "Wir wollen die Tops und die Sportler mit einem hohen Bekanntheitsgrad in der Golden League haben."
Die neue und weitestgehend alte Jackpotregelung taugt dabei mit einer wiedererlangten höheren Durchschaubarkeit dazu, die Aufmerksamkeit klarer auf die großen Namen der Leichtathletik zu lenken.
Golden League 2007:
Meetings:
Oslo (15.6.), Paris (6.7.), Rom (13.7.), Zürich (7.9.), Brüssel (14.9.) und Berlin (16.9.)
Disziplinen:
Männer: 100 m, 1500 m, 110 m Hürden, Dreisprung, Speerwurf
Frauen: 100 m, 400 m, 100 m Hürden, Hochsprung, Stabhochsprung
Bildergalerie
Gerhard Janetzky bitte in Berlin zum Showdown (Foto: Chai)