Ich finde das Interview sehr interessant. In meinen Augen machen folgende Punkte den Unterschied aus:
1. Stellenwert der LA "Es gibt ca. 60 hauptamtliche Trainer. Viele werden vom Staat bezahlt, sind bei der Armee oder als Lehrer angestellt, müssen aber nur ihrer Trainertätigkeit nachgehen. Alle guten Athleten können sich zu 100% auf den Sport konzentrieren. Sie werden vom Verband und Staat gefördert und haben Sponsoren. Im griechischen TV werden wöchentlich alle großen Meetings gezeigt. Speziell natürlich die nationalen – wir haben auch einige gute Meetings in Griechenland."
Dabei kommt es nicht auf die absoluten Zahlen an, sondern auf die Botschaft dahinter. Leichtathletik scheint einen Stellenwert in der Gesellschaft zu haben. Das kann natürlich auch der Olympia Euphorie vor den Spielen im eigenen Land geschuldet sein.
2. Die Methode an sich Leider wird nicht darauf eingegangen, wie der Trainer es schaffen will, eine Steigerung der Leistung zu erzielen, wenn der Trainingsreiz immer gleich hoch liegt. Es kann nur über schwerere Gewichte beim Krafttraining, Pausenverkürzung und Variation der Streckenlänge bei Sprints gehen. Der Ansatz ist interessant, braucht aber voll austrainierte Athleten zu Umsetzung.
3. Das Wetter! "Im Winter versuchen wir so viele Trainingslager wie möglich zu machen, um im Freien trainieren zu können. Wir waren jetzt in Südafrika, und nach den drei Wochen hier in Lanzarote fliegen wir zurück nach Athen. Ab April ist es warm genug, um dort zu trainieren. In der Halle trainieren wir möglichst wenig, durch die überhöhten Kurven ist das Verletzungsrisiko bei vollen Sprints zu groß."
Das ist der Knackpunkt und da sind wir auch wieder bei dem Unterschied zu den Karibik-Sprintern. Die können das ganze Jahr durch im Freien trainieren, bei Temperaturen, die höchste Intensitäten zulassen. In Deutschland haben wir solche Bedingungen nur maximal 6 Monate im Jahr (Mitte April - Mitte September). Unsere Athleten haben nach dem Winter kaum Zeit, vor den ersten Wettkämpfen auf diese hohe Intensität zu kommen.
Wir können diese Methode nur anwenden, wenn unsere Athleten die Möglichkeit haben auch im Winter draußen zu trainieren. Ob der Verband das Geld hat, unsere Sprinter im Winter auf die Südhalbkugel zu schicken? Ob die Athleten das mit ihrem Beruf oder ihrer Ausbildung verbinden können?
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Solos
Benutzer | Beiträge: 333
Di 27.04.2010 um 10:47:32
Re: Penn Relays
Vielleicht ein Browser- oder Sicherheitsproblem bei deinem Rechner? Keine Ahnung.
Ein letzter Versuch, habe das PDF mal bei rapidshare hochgeladen:
Einfach auf "Free-user" klicken und via Download-Button das PDF runterladen.
EDIT: Oder einfach bei Tante Goggle nach "I1-Methode griechischer Sprinter" suchen. Ist gleich der erste Link.
Mensch, da hät ich auch gleich drauf kommen können
Gruß
P.S.: Kurze Rückmeldung ob es funktioniert wäre schön!
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Diskusmann
Benutzer | Beiträge: 1481
Di 27.04.2010 um 10:27:20
Re: Penn Relays
Eigenartig, bei mir funktioniert er. Vielleicht einfach mal manuell eingeben: http://www.oelv.at/UserFiles/Ausbildung/2004/GGTSPU-gg1.iat.uni-leipzig.de-8391-746036-DAT/greek_training.pdf Gruß
Bei mir kommt dann folgender Text, auch nach manueller Eingabe, und sowohl in IE, FF und Safari: Die gewünschte Seite wurde am Webspace des ÖLV nicht gefunden. Die Website wurde komplett überarbeitet, es kann daher sein, dass interne und externe Links nicht mehr funktionieren. Bitte gehen Sie daher auf die Startseite und suchen Sie im Menü nach der gewünschten Seite.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den Administrator
The site was not found, this might be because a new Version of the Website of the Austrian Athletics Federation is online. Please go to the Mainsite and search there for the contant you are looking for.
Wo auf der ÖLV-Seite findet man das Interview, bevor man sich jetzt einen Wolf sucht. Der direkte Link funktioniert nicht.
U.M., www.diewerfer.de
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Solos
Benutzer | Beiträge: 333
Di 27.04.2010 um 08:57:38
Re: Penn Relays
Ich finde die Frage auch mehr als berechtigt. Vermutlich sind wir in Deutschland die einzigen die einen derartig durchorganisierten und strikten Aufbau angefangen mit NI-Läufen, über I3, I2 bis hin zu I1 Läufen praktizieren. Auch unsere Gesamtumfänge dürften, zumindest was den Kurzsprint angeht, die anderer Nationen übersteigen. Beschäftigt man sich mit dem Phänomen Schnelligkeit und ihrer Abhängigkeit von vorwiegend neuromuskulären Steurerungs- und Regelungsprozessen kann man dieses Vorgehen durchaus in Frage stellen.
Hier mal ein interessantes Interview in dem die Philosophie anderer Nationen etwas deutlicher wird. Und bitte keine Diskussion über den Gebrauch unerlaubter Mittel im griechischen Lager. In dem Interview stehen durchaus interessante Dinge die zum Nachdenken anregen sollten.
Gruß
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11.6
Benutzer | Beiträge: 1081
Di 27.04.2010 um 08:19:07
Re: Penn Relays
..... Meine Frage wäre dann: Warum haben die Jamaikanerinnen und Amerikanerinnen einen anderen Aufbau als unsere Sprinterinnen? Also machen sie doch etwas anders?! Als ich vor Jahren in USA war, habe ich gesehen, dass die Intensitäten wesentlich höher als bei uns waren. Liegt da vielleicht auch das "Geheimnis" oder deren Stärke? Warum versucht man nicht mal, diese Dinge einzubeziehen? Die Gründe, diese Dinge zu ignorieren oder nicht zu übernehmen, würden mich einfach fachlich interessieren. Warum ist ein Usain Bolt schon jetzt in der Lage, die 100m fliegend in 8,79 zu sprinten? Ich glaube sogar, wenn man die Muskulatur überwiegend schnell trainiert, dass es weniger Verletzungen gibt, weil die Muskulatur an diese Belastungen adaptiert ist. Gertrude
Deine Frage ist sehr berechtigt. Sollten wir mit unserem Aufbau etwa auf dem völlig falschen Weg sein?
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Wlad
Benutzer | Beiträge: 702
Di 27.04.2010 um 08:16:38
Re: Penn Relays
„Die Vier sind gut gelaufen, sie kommen direkt aus dem Trainingslager“, sagt er zu den erzielten 44,02 Sekunden und dem vierten Platz bei starker Konkurrenz aus Übersee. „44 glatt im April sind eine super Leistung, wir waren sieben Zehntel schneller als im letzten Jahr an gleicher Stelle. Man muss auch sehen, dass die Jamaikanerinnen und Amerikanerinnen einen ganz anderen Aufbau haben und wir noch gar nicht so schnell sein können.“ Meine Frage wäre dann: Warum haben die Jamaikanerinnen und Amerikanerinnen einen anderen Aufbau als unsere Sprinterinnen? Also machen sie doch etwas anders?! Als ich vor Jahren in USA war, habe ich gesehen, dass die Intensitäten wesentlich höher als bei uns waren. Liegt da vielleicht auch das "Geheimnis" oder deren Stärke? Warum versucht man nicht mal, diese Dinge einzubeziehen? Die Gründe, diese Dinge zu ignorieren oder nicht zu übernehmen, würden mich einfach fachlich interessieren. Warum ist ein Usain Bolt schon jetzt in der Lage, die 100m fliegend in 8,79 zu sprinten? Ich glaube sogar, wenn man die Muskulatur überwiegend schnell trainiert, dass es weniger Verletzungen gibt, weil die Muskulatur an diese Belastungen adaptiert ist.
Liebe Gertrude,
der größte Unterschied liegt, aus meiner persönlichen Erfahrung, nicht so sehr bei den Athleten, sonder in der Köpfen der Führungskräfte und der zuständigen Trainern der Deutschen Leichtathletik. Für viele geht es leider nicht um die Leichtathletik, sondern um sich in der Leichtathletik.
Zum Glück gibt es auch ein wenig Andere.
In diesem Sinne mit Hoffnung auf Veränderungen
Wlad
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Gertrude
Benutzer | Beiträge: 2813
Di 27.04.2010 um 00:01:40
Re: Penn Relays
...Zumindest Verena Sailer wurde extra eingeflogen. Sorry, ich bezog mich in erster Linie auf die männlichen Sprinter, deren Zeit ist kritisierungswürdiger, obwohl die Frauen auch keine Bäume ausgerissen haben.
Lieber Diskusmann,
hier die Antwort von Rüdiger Harksen: „Die Vier sind gut gelaufen, sie kommen direkt aus dem Trainingslager“, sagt er zu den erzielten 44,02 Sekunden und dem vierten Platz bei starker Konkurrenz aus Übersee. „44 glatt im April sind eine super Leistung, wir waren sieben Zehntel schneller als im letzten Jahr an gleicher Stelle. Man muss auch sehen, dass die Jamaikanerinnen und Amerikanerinnen einen ganz anderen Aufbau haben und wir noch gar nicht so schnell sein können.“ Meine Frage wäre dann: Warum haben die Jamaikanerinnen und Amerikanerinnen einen anderen Aufbau als unsere Sprinterinnen? Also machen sie doch etwas anders?! Als ich vor Jahren in USA war, habe ich gesehen, dass die Intensitäten wesentlich höher als bei uns waren. Liegt da vielleicht auch das "Geheimnis" oder deren Stärke? Warum versucht man nicht mal, diese Dinge einzubeziehen? Die Gründe, diese Dinge zu ignorieren oder nicht zu übernehmen, würden mich einfach fachlich interessieren. Warum ist ein Usain Bolt schon jetzt in der Lage, die 100m fliegend in 8,79 zu sprinten? Ich glaube sogar, wenn man die Muskulatur überwiegend schnell trainiert, dass es weniger Verletzungen gibt, weil die Muskulatur an diese Belastungen adaptiert ist.
Gertrude
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Diskusmann
Benutzer | Beiträge: 1481
Mo 26.04.2010 um 23:12:02
Re: Penn Relays
Ein bisschen kann ich jetzt nachvollziehen, warum man dort starten will, die Stimmung ist ziemlich "awesome"... ?... aber auch ziemlich "rapturous" rüber kommend, was ja beflügeln könnte!
Stimmt, "awesome" (fantastisch, großartig) reicht wohl nicht, es muss auch mit "rapturous" (entzückend, stürmisch) bezeichnet werden, damit es die deutschen Sprinter beflügelt. Wozu das Fragezeichen am Anfang Deines Posts?